CAPTURE & discard

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Tanzperformance „CAPTURE & discard“
LUNA PARK / Weinmeisterhaus e.V. und Kosmas Kosmopoulos

17. März 2017, 20.30 Uhr
18. März 2017, 20.30 Uhr
19. März 2017, 17.00 Uhr


Tickets: 10 EUR (VV / erm.) - 15 EUR (Abendkasse) unter AULA@gesundbrunnen-grundschule.de

UFER_STUDIOS (Studio 14),
Uferstr. 8/23 oder Badstr. 41a, 13357 Berlin
U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz, S-Bahn Gesundbrunnen

Konzept und Choreografie: Kosmas Kosmopoulos, Künstlerische Beratung und Fotografie: Gm Touliatou, Musik und Komposition: Antonios Palaskas, Dramaturgische Beratung: Stella Dimitrakopoulou und Kai Pichmann, Licht: Vìctor Fernàndez De Tejada Pequeño, Performance: Angeliki Anargirou, 
Maria Kandylaki, Nikoleta Koutitsa, Marlene Naumann, Marina Piniatorou, Produktionsassistenz: Marianiki Pagoni

Produktion: LUNA PARK und Kosmas Kosmopoulos in Zusammenarbeit mit dem Weinmeisterhaus e.V., mit freundlicher Unterstützung der Gesundbrunnen-Grundschule, Berlin und des 14. Art Dance Studio, Athen

Die Arbeit an „CAPTURE & discard“ begann 2016 während eines Austauschprojektes mit jungen Tänzern aus Berlin und Athen unter der Leitung des in Berlin lebenden griechischstämmigen Choreografen Kosmas Kosmopoulos.

„CAPTURE & discard“ thematisiert den Versuch einer Gruppe von Individuen, all das aus ihrem alltäglichen Leben zu entfernen, was ihr Leben und ihren Alltag bisher ausgemacht hat: Subjekte, Objekte, Verhaltensmuster, Beziehungen, Erinnerungen, Erkenntnisse, Wünsche, Hoffnungen, Ängste und moralische Prinzipien. Es geht also um das essentielle Bedürfnis von Individuen, frei zu sein, sich von all dem frei zu machen, was sie sich im Verlauf ihrer Existenz angeeignet haben. Es geht um den Versuch einer Beendigung des Gefangen-Seins in Verhältnissen, die vom ritualisiertem Haben-Müssen, von Besitzdenken und vom Zwang zu Konsum und dauernder Reproduktion geprägt sind. Es geht aber auch um den Versuch zu beschreiben, was nach der Zerstörung solcher Verhältnisse möglich sein könnte.

„CAPTURE & discard“ beginnt in einem Moment, in dem den Individuen bewusst wird, dass ihr Handeln Mechanismen unterworfen ist, die sie nicht beeinflussen können, dass sie wie Automaten agieren, dass ihnen sämtliche Emotionen verloren gegangen oder ins Absurde verkehrt sind. Ihnen ist nicht mehr länger bewusst, welche Bedeutung und welche Folgen ihr Handeln in der Außenwelt hat (Verlust des existenziellen Bewusstseins), sie können nicht mehr benennen, was ihr Ich ausmacht (Verlust des subjektiven Bewusstseins), ihre Beziehungen zu anderen Subjekten lösen sich auf (Verlust des sozialen und politischen Bewusstseins).

Entlang dieser drei Achsen der Aufhebung entwickelt sich die szenische Struktur von „CAPTURE & discard“. Fast vollständige Erstarrung in einem Raum, der eigentlich ein Nicht-Raum ist, ist der Ausgangspunkt. Sehr langsam, fast unmerklich löst sich die bewusstlose Starre der Individuen und geht in Ansätze einer neuen Bewegung über, durch die auch der Raum wieder erfahrbar wird. Das neu erwachte Bewusstsein der Individuen sucht nach neuen Orientierungspunkten, und die Individuen versuchen dabei, die alten Muster zu vermeiden und neue zu etablieren.

Jedes der fünf Individuen setzt sie anders zusammen, in seinem eigenen individuellen revolutionären Akt. Jedes Individuum hat seinen eigenen Plan für seine neue Welt. Gemeinsam aber ist ihnen allen, das sie versuchen, die Distanz zu ihrem Gegenüber zu überwinden und damit ihre Entfremdung, als erste Voraussetzung für gemeinschaftliches Agieren mit dem Ziel der Veränderung des Bestehenden.

„CAPTURE & discard“ hinterfragt die Bildung von Identität als Funktion kultureller, sozialer, ökonomischer und politischer Bedingungen und in diesem Zusammenhang vor allem die Manipulierbarkeit der Identität. Die Performance fragt auch nach Möglichkeiten der Veränderung und Neuorientierung. Letztendlich geht es um Freiheit und um die Frage, ob und wie es möglich sein könnte, Assoziationen zu schaffen, in denen die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.

 

Rezension von der Journalistin Astrid Kaminski der Performance „CAPTURE & discard"

 

Schauen Sie sich den Trailer an!

 

Weitere Aufführungen:

_05. September 2014, im Rahmen von "Ekfrasi Athina", ein Tanztheaterfestival organisiert durch die Stadt von Athen und das griechische Theaterinstitut (ITI), Athen, Griechenland

_14. und 15. Juli 2014, im Studio "Oxo Nou", Chania/ Crete, Griechenland

_10. Juni 2014, im Rahmen von "13th Dance Festival of the Association of the Greek Choreographers" in Michael Cacoyannis Foundation, Athen


www.lunapark.eu.com 
www.lunapark.education

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Dance Performance „CAPTURE & discard“
LUNA PARK / Weinmeisterhaus e.V. und Kosmas Kosmopoulos

March 17, 2017, 8:30 pm
March 18, 2017, 8:30 pm
March 19, 2017, 5:00 pm


10 EUR (pre-booking/ red.) - 15 EUR (at door), reservations: AULA@gesundbrunnen-grundschule.de

UFER_STUDIOS (Studio 14),
Uferstr. 8/23 or Badstr. 41a, 13357 Berlin
U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz, S-Bahn Gesundbrunnen

Production: LUNA PARK and Kosmas Kosmopoulos in cooperation with Weinmeisterhaus e.V. / Berlin, with the support of the Gesundbrunnen-Grundschule, Berlin and 14. Art Dance Studio, Athens

LUNA PARK presents, in cooperation with Weinmeisterhaus e.V., the performance „CAPTURE & discard“, which was created in 2016/ 2017 with young dancers from Germany and Greece.

The concept of „CAPTURE & discard“ derives from the hypothesis of how it will be like (or what will happen) if someone discards from his/her life, from his/her everyday living anything that s/he does not longer really need. And by anything we mean products, scenarios, memories, objects, services, strategies, desires, knowledge, fears, moral principles and so on. It examines the pivotal need that someone may feel to get rid off everything s/he meticulously or foolishly accumulates in an increasing number or quantity, as an unconscious response to protect oneself from his/her own imaginary dangers, or to offer him/her the award of comfort that a highly demanding society does not spare or care to acknowledge him/her with. All of that comes from a motif, which had always struck us: a human figure in a small room, fomenting something.

Hence, the performance launches at the moment where 5 individuals realize that they are emotionally exhausted, nonetheless mentally overloaded by accumulating things; they have lost the meaning of their praxes and behaviours (existential awareness), blurred their sense of their identity (personal awareness), demolished their social truth (political awareness). Those are also the three axes in which „CAPTURE & discard“ develops its structure. In an awkward moment of self-awareness the individuals appear frozen; stand in a chillingly empty minimalist scene. Then, their decision appears as a targeted expressive and revolutionary creative act constantly crossing the boundary between chaos and equilibrium.

With such a reverse of attitude they are ready to engage themselves with the new, the possible, the potential. But what do these notions really mean regarding the individuals and the society they belong to? Freeing yourself from the indulgence of retaining things, appears in its broadest sense as a profoundly disruptive force, constituted in the multiform entanglement of practices, discourses, industry agendas, lifestyles and behaviours; thus optimally positioned to offer a stringent critique of how the emergence of complex relationships between human and society tells stories and ultimately makes us think of our position towards our life.

By presenting 5 individuals „CAPTURE & discard“ introduces us 5 different options of a revolutionary act, mapping thereby the idea and the practice which will no longer support a social system founded in the rituals of consumption, enveloped in itself the seeds of future practices and future behaviours. The project features a series of dance phrases and episodes based on ideas about social, culture and identity constructions. Identity as a cultural creation and political representation of a self has been heavily manipulated and commercialized, and this is prominently portrayed in the state of our current political facts.